UNESCO: "Nicht an frühkindlicher Bildung sparen"

UNESCO: Nicht an frühkindlicher Bildung sparen

Vor dem Bildungsgipfel in Berlin am Donnerstag, 10. Juni, warnt die Deutsche UNESCO-Kommission vor Einsparungen bei der frühkindlichen Bildung. Bund und Länder müssen nicht nur in den Ausbau von Betreuungsplätzen, sondern auch in die Qualität der Bildung in Kindertagesstätten investieren.

„Unsere Kinder werden großen Herausforderungen gegenüberstehen, vor allem den Auswirkungen von Klimawandel und Globalisierung. Wir müssen sie schon im Kindergarten mit Wissen und Fähigkeiten ausstatten, um sich in der Welt von morgen zurechtzufinden. An dieser Stelle darf nicht gespart werden“, so Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission.

Bildung legt den Grundstein zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft. Nachhaltige Entwicklung ist erforderlich, um auch zukünftigen Generationen die Chance auf eine lebenswerte Existenz zu ermöglichen. „Leben wir so weiter wie bisher, hinterlassen wir unseren Nachkommen eine unzumutbare Hypothek“, so Hirche. Doch eine nachhaltige Entwicklung sei nur möglich, wenn schon früh wichtige Fähigkeiten vermittelt würden.

Orientierung für eine derartige Bildung in Kindertagesstätten liefert das Konzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Diese Art des Lernens vermittelt Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Die zentralen Botschaften: Was ich heute tue, hat Einfluss auf das Leben zukünftiger Generationen und auf das Leben von Menschen in anderen Erdteilen. Jeder kann sich für eine nachhaltige Entwicklung der Welt einsetzen. Dazu notwendiges Wissen und notwendige Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder innovatives Denken vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung ebenso wie Werte, zum Beispiel Solidarität.

In einer Erklärung zur Elementarpädagogik formuliert die Deutsche UNESCO-Kommission Vorschläge für eine zukunftsfähige Bildung und appelliert an Politik und Träger von Kindertageseinrichtungen, diese zügig umzusetzen. Noch kommt das Thema in den Bildungsplänen der Länder für den Elementarbereich kaum vor. Wichtig ist außerdem, die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu integrieren.

Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist eine weltweite Bildungsoffensive der Vereinten Nationen. Die UN-Staaten haben sich verpflichtet, von 2005 bis 2014 Nachhaltigkeit im Bildungswesen zu stärken. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses und mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten.

Link zum Thema
www.unesco.org

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Foto: istockphoto