
„Dass sich Wissen auch spielend erwerben lässt, wussten schon die Perser im 6. Jahrhundert“, erklärt Linda Breitlauch, erste Gamedesign-Professorin Europas an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf. „Jeder, der Schach spielt, lernt automatisch auch Strategiekonzepte zu entwickeln.“ Lernspiele sind damit nichts Neues. Neu aber ist der Trend, Computerspiele in der Personalentwicklung einzusetzen.
Bildungsreform für die Generation Gaming
Die Welle der computergestützten Lernspiele ist vom Verbrauchermarkt in die Unternehmen geschwappt. Seit den 1990er-Jahren ist der Videospiele-Markt weltweit eines der führenden Mediensegmente. Allein in Deutschland lag 2007 der Umsatz bei Konsolen- und Computerspielen bei 2,14 Milliarden Euro. Zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen nutzen Computerspiele. Der oft von einem Negativimage geplagte Markt hat in jüngster Vergangenheit mit Lern- und Fitnessspielen auch bei Didaktikern Sympathien geweckt. Anbieter wie Nintendo feiern mit Produkten wie ‚Dr. Kawashimas Gehirn Jogging’ und der Spielekonsole ‚Wii’ Erfolge bei lernbegeisterten Zielgruppen. Das machen sich jetzt auch Bildungsverantwortliche in Unternehmen zunutze. Sie bieten gerade jungen Mitarbeitern, die mit dem Gameboy und Spielekonsole aufwuchsen, Lernformate, die sie aus ihrem privaten Umfeld kennen und akzeptieren.
Schlüsselbranchen investieren in Lernspiele

Übung macht den Meister

Prädikat: Lehrreich!
Den Erfolg von Serious Games belegen mittlerweile eine Reihe von Studien: Danach fordern Spiele den Lerner zum einen stärker heraus als herkömmliches Lernen, zum anderen schaffen sie Gewinner – ein wichtiger Lernansporn. So zeigte etwa Re-Mission, ein 3D-Spiel, das zur Behandlung krebskranker Kinder entwickelt wurde, rasch therapeutische Erfolge: Das aktive Spielen gegen die eigene Krankheit beschleunigte die Heilung. „Gerade der ernsthafte Hintergrund vieler Spiele hat zur Anerkennung von Serious Games in der Gesellschaft beigetragen“, betont Gamedesign-Professorin Breitlauch. „Vor drei Jahren war Serious Gaming auf der LEARNTEC noch kein Thema“, erinnert sie sich. „Mittlerweile entwickelt sich ein eigener Markt für professionelle Lernspiele.“
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>> Serious Games auf der LEARNTEC 2009 (3. bis 5. Februar 2009, Messe Karlsruhe)
Prof. Gernold Frank von der FHTW Berlin moderiert am 5. Februar 2009 auf der LEARNTEC 2009 die Session Serious Games mit:
Prof. Linda Breitlauch, Mediadesign Hochschule Düsseldorf: Grundlagen und Entwicklung von Serious Games
Peter Schöner, memoray: Konzeption, Architektur und Design von Planspielen und Strategie-Simulationen
Holm Dressler: Vom Telespiel zur Holovision
Vicente Arioli, Cornelsen Verlag: Genius – Im Zentrum der Macht: Vom Spiel zum Projekt
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Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.learntec.de
Fotos: istockphoto
