Wissenschaft nutzen, Coaching professionalisieren (Foto: iStockphoto)

Coaching professionalisieren

„Coachs“ gibt es viele auf dem Markt: Mehr als 40.000 Menschen geben sich hierzulande teilweise selbst eine entsprechende Berufsbezeichnung. Eine Aussage über die Qualität der angebotenen Dienstleistung, die in aller Regel die Optimierung der eigenen Leistungsfähigkeit oder von Arbeitsstrukturen und -prozessen zum Ziel hat, wird mit dem Tragen der Berufsbezeichnung allein freilich nicht getroffen. Professionelle Coachs, also Fachleute, die ihrem Handwerk hauptberuflich und mit der entsprechenden Expertise nachgehen, sind bei diesem vermeintlichen Überangebot schwer zu identifizieren. Daher setzt sich die deutsche Sektion der International Coach Federation (ICF), des weltgrößten Coaching-Berufsverbandes, stetig dafür ein, den Beruf des Coachs in Deutschland weiter zu professionalisieren und hierfür auch entsprechende Kriterien zu definieren.

Ein weiterer Baustein dieser Arbeit wird nun mit Leben erfüllt: Zukünftig kooperiert die ICF Deutschland stärker mit hiesigen Hochschulen und Universitäten, um die Weiterentwicklung und Professionalisierung von Coaching eng mit aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen zu verknüpfen. So können beispielsweise die neuesten Erkenntnisse aus Hirnforschung und Neurowissenschaften dazu beitragen, die Qualität und die Effektivität von Coaching zu verbessern. Ein erstes Ergebnis der angestrebten Kooperationen liegt nun in Gestalt einer Zusammenarbeit mit der Goethe Business School bzw. der Goethe-Universität Frankfurt am Main vor. Vorgesehen ist, auf einigen Themenfeldern enger zu kooperieren und Ergebnisse aus Theorie und Praxis miteinander auszutauschen.

„Coaching ist eine vergleichsweise junge Profession. Betrachtet man andere, deutlich ältere Professionen, wird sehr deutlich, dass vor allem die Nutzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einer zunehmenden Professionalisierung und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Zunft maßgeblich beigetragen hat“, sagt Bernhard A. Zimmermann, Erster Vorsitzender der deutschen ICF-Sektion. Er sieht in der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten noch einen weiteren Vorteil: „Ich bin davon überzeugt, dass die immer tiefer greifenden Erkenntnisse der Neurowissenschaften uns als Coachs helfen werden, neue Methoden zu entwickeln, um mit unseren Kunden noch effektiver an deren persönlicher Weiterentwicklung arbeiten und diese wesentlich nachhaltiger gestalten zu können, als es heute der Fall ist.“ Nach Überzeugung Zimmermanns und der ICF Deutschland ist es eben dieses Know-how eines Coachs – bestehend aus persönlicher Expertise und wissenschaftlichem Hintergrund –, das ihn von seinen Mitbewerbern auf dem teilweise recht undurchsichtigen Coaching-Markt unterscheidet.

Die Kooperation mit der Goethe Business School trägt bereits erste Früchte: Am 23. und 24. August 2013 findet erstmals die gemeinsam veranstaltete „ICF SummerUniversity“ im Dorint Pallas Hotel in Wiesbaden statt. Die Veranstaltung, die sich sowohl an Personalentscheider und Führungskräfte als auch an Coachs richtet, thematisiert die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den Disziplinen Neurowissenschaften und Neuro-Leadership sowie deren Einfluss auf Coaching. Namhafte Experten werden an beiden Veranstaltungstagen in insgesamt acht Impulsvorträgen sowie in 16 Workshops den wissenschaftlich-theoretischen Hintergrund darlegen und diesen mit Tipps aus der und für die Praxis verbinden.

Weitere Informationen inklusive Direktanmelde-Möglichkeit gibt es hier:
www.ICF-SummerUniversity.de

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