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Was Führungskräfte und Herzinfarktpatienten gemeinsam haben

Was Führungskräfte und Herzinfarktpatienten gemeinsam haben

Ein englisches Sprichwort sagt: „You can’t teach an old dog new tricks.“ Stimmt das? Statistiken besagen jedenfalls, dass mehr als die Hälfte aller Herzinfarktpatienten wieder mit dem Rauchen anfangen, sich wieder ungesund ernähren oder zu wenig bewegen. Selbst wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht, fällt es unglaublich schwer, über Jahre aufgebaute Gewohnheiten zu verändern. Aber woran scheitern diese Leute und wie ließe sich dem entgegenwirken? Entscheidend für die Beibehaltung schlechter Angewohnheiten sind häufig das mangelnde Feedback und zu wenig Unterstützung von Freunden und der Familie.

Gewohntheit vs. Innovation
Auf den Alltag von Führungskräften übertragen birgt mangelnder Dialog und Unwille zu Veränderung jede Menge Konfliktpotenzial. Besonders dann, wenn „ältere“ Führungskräfte auf die junge Generation Y treffen. Denn Chefs der alten Schule, denen ein Regelwerk und Disziplin wichtig sind, werden mit dem Nachwuchs konfrontiert, der mit Flexibilität und Unkonventionalität glänzt. Hinzu kommt, dass seniore Führungskräfte oft nicht daran gewöhnt sind, mit kritischem Feedback ihrer eigenen Mitarbeiter umzugehen. Missverständnisse und Generationskonflikte sind vorprogrammiert, wenn beide Seiten sich täglich nur wundern und übereinander ärgern, ohne sich gezielt über ihre Unterschiedlichkeit auszutauschen.

Feedback als Schlüssel zum Erfolg im Führungskräftetraining
So sehr dieses Thema ein Basis-Thema ist, so sehr zählt es auch zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren exzellenter Führung. Ein Beispiel aus der Praxis: Im Führungskräftetraining hatten wir vor kurzem unseren jüngsten Gastredner. Er war nur 22 Jahre alt, brachte aber viel Erfahrung mit. Um genau zu sein, 22 Jahre Erfahrung.

So gingen die Führungskräfte 40+ damit um: Dem einen oder anderen stand der Mund offen, als der junge ehrgeizige Typ seine innovative Arbeitsphilosophie offenbarte. Der ein oder andere hatte ein Aha-Erlebnis, als er an seine eigenen Mitarbeiter dachte. Beim einen oder anderen regten sich Widerstände, als es im zweiten Schritt darum ging, konkret auf ihre Mitarbeiter in gewünschter Art und Weise einzugehen, weil sie dafür ihre alten, lieb gewonnenen Gewohnheiten ändern müssten.

Die Lösung: Respektvoller Dialog und Verständnis für das Gegenüber
Gewohnheiten bei der Arbeit können wir verändern, wenn wir erstens einen starken Willen mitbringen, zweitens den Sinn in der Veränderung sehen und drittens regelmäßig von unserem Gegenüber an die Veränderung erinnert werden. Nur wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind, geschieht das Verändern von Gewohnheiten nachhaltig. Das muss natürlich alles in respektvoller Art und Weise vonstattengehen. Es kommt darauf an, einen Dialog zwischen den Generationen zu etablieren, der Raum lässt für die Interessen der „Jungen“ und der „Alten“. Zuhören und Verstehen als Schlüssel für gute Zusammenarbeit. Denn tiefes gegenseitiges Verständnis ist die Grundvoraussetzung für nachhaltige Konfliktlösungen.

Und die Herzinfarkt-Patienten? Die schaffen es, sich eine gesunde Ernährung anzugewöhnen, wenn Unterstützer ihnen konkrete Alternativen aufzeigen: Gemeinsames Kochen, Einkaufsbummel jenseits des Tiefkühlpizza Regals. Ein Gemüserisotto schmeckt dann überraschend lecker und gesund. Auch hier sind respektvoller Dialog und Miteinander das Geheimnis des Erfolgs.

Link zum Thema
www.markus-jotzo.com

Foto: iStockphoto