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Trainer, Berater und Coaches: Tipps für die richtige Auswahl

Was macht einen guten Trainer, Coach oder Berater aus? Und wie findet man ihn? Das fragen sich oft Personalverantwortliche. Denn sie müssen den Erfolg der Personalentwicklungsmaßnahmen ihrer Unternehmen sicherstellen. Und der hängt stark von den eingesetzten Trainern ab. Also brauchen sie klare Kriterien und ein definiertes Verfahren für deren Auswahl.

Bei der Trainersuche sollten Sie in drei Schritten vorgehen:

  1. Das Ziel der Maßnahme klären. Das ist nötig, um das passende Design entwickeln zu können. Also beispielsweise um die Fragen zu klären: Wer sind die Teilnehmer und was kennzeichnet sie? Wäre ein Einzelcoaching oder ein Seminar sinnvoll? Genügt eine zweitägige Schulung oder sollte die Maßnahme länger dauern?
  2. Auswahlkriterien festlegen. Steht das Ziel fest, stellen sich Fragen wie: Welche fachliche Qualifikation braucht der Trainer? Außerdem: Was für ein Typ sollte er sein, und welche Vorerfahrung sollte er haben, damit er zum Beispiel von Führungskräften akzeptiert wird?
  3. Den Trainer auswählen. Danach gilt es, potenzielle Kandidaten zu ermitteln und aus ihnen den geeignetsten herauszufiltern.

Das Ziel klären

Definieren Sie zunächst, wofür Sie einen Unterstützer suchen. Denn es macht einen Unterschied, ob Sie einen „Einpeitscher“ für ein Großgruppenevent oder einen Trainer für ein klassisches Seminar suchen. Fragen Sie sich zudem: Was für Mitarbeiter sollen trainiert werden? Zum Beispiel Sachbearbeiter oder Führungskräfte? Des Weiteren: Sollen diese in einem Fachthema geschult werden oder einem Thema, das auch eine Einstellungs- und Verhaltensveränderung erfordert?

Auswahlkriterien festlegen

Ist das Ziel geklärt, gilt es die Kriterien für die Trainerauswahl zu fixieren.
Kriterium Spezialisierung. Die erste Frage, die Sie sich nun stellen sollten, lautet: Benötigen wir einen Trainer oder eher einen Coach oder Berater? Klären Sie danach: Welches Fachwissen und welche Erfahrung der Unterstützer braucht? Sollte er zum Beispiel in der Logistikbranche gearbeitet haben? Muss er selbst Führungskraft gewesen sein?
Kriterium Akzeptanz. Fragen Sie sich auch: Was für ein „Typ“ sollte der Trainer sein? Sollte er zum Beispiel eher ein handfester Macher sein, der auch die Sprache von Facharbeitern spricht? Ein Mann oder eine Frau? Und wie alt sollte er in etwa sein?
Kriterium soziale Kompetenz. Damit eine Qualifizierungsmaßnahme ein Erfolg wird, muss der Trainer einen Draht zu den Teilnehmern finden. Fragen Sie sich also zum Beispiel: Sollte der Trainer eher eine sachlich-nüchterne oder eine emphatische, „warme“ Person sein? Sollte er eher „fordernd“ oder „fördernd“ sein? Diese weichen Faktoren können Sie aus keinem schriftlichen Profil herauslesen. Das müssen Sie im persönlichen Kontakt ermitteln.

Die Kandidaten auswählen

Am häufigsten nutzen Personalverantwortliche heute das Internet zur Trainer-Vorauswahl. Doch dieses zeigt ihnen bei Suchabfragen oft so viele potenzielle Unterstützer an, dass sie im Meer der Anbieter fast ertrinken. Agieren Sie deshalb bei der Trainersuche nicht mit so globalen Suchbegriffen wie „Führungskräftetraining“, sondern mit Suchwort-Kombinationen wie „Training Meister Produktion“. Und verwenden Sie statt so allgemeiner Begriffe wie „Verkaufstraining“ lieber Wort-Kombinationen wie „Seminar Neukundengewinnung Industrie“.

HR-Verantwortliche haben meist ein unternehmensübergreifendes berufliches Netzwerk. Fragen Sie Ihre Berufskollegen nach potenziellen Unterstützern, denn sie können die Arbeit der Kandidaten meist auch bewerten. Werden jedoch Trainer für Spezial-Themen, wie zum Beispiel „Industriedienstleistungen verkaufen“ gesucht, dann kommen Personalverantwortliche mit dem Befragen von Kollegen meist nicht weit. Also müssen sie sich selbst ein Urteil bilden.

Die Passgenauigkeit der Trainer checken

Die Webseiten der Trainer vermitteln Ihnen meist nur ein vages Bild von deren Spezialisierung. Geben Sie deshalb zudem die Namen der Kandidaten selbst als Suchbegriffe bei Google & Co ein. Dann stoßen Sie häufig auf Bücher und Artikel, die diese verfasst haben; des Weiteren auf Events, wo diese Vorträge hielten. So erhalten Sie oft einen guten Eindruck davon, wo die wahren Arbeitsschwerpunkte eines Trainers liegen, und welche Bedeutung er im Markt hat.

Immer häufiger findet man auf den Webseiten von Trainern Kurzvideos, die sie beim Trainieren zeigen. Auch diese Videos vermitteln einen ersten Eindruck von der Person. Doch Vorsicht! Aus einem eintägigen Training kann jeder gute Cutter ein Video zusammenschneiden, das professionell wirkt. Deshalb sollten Sie Videos bei Ihrer Entscheidung keine allzu hohe Bedeutung beimessen. Wichtiger ist Ihr persönlicher Eindruck bei einem Treffen.

Bitten Sie die Kandidaten Ihnen exemplarisch ein, zwei ausgearbeitete Seminarunterlagen zu schicken oder diese Ihnen bei einem Treffen zu zeigen. Aus den Unterlagen können Sie unter anderem ableiten:

  • Wie geht der Trainer ein komplexes Thema an? Wie strukturiert er die Inhalte?
  • Welche Methoden setzt er vor allem ein?
  • Inwieweit ist er fachlich up-to-date?
  • Wie teilnehmerorientiert ist seine Sprache?

Bei größeren Qualifizierungsmaßnahmen sollten Sie vor der Auftragsvergabe mit den heißesten Kandidaten zudem ein-, zweistündige Probetrainings vereinbaren. Danach steht Ihre Entscheidung meist auf einer soliden Basis.

Zur Autorin: Sabine Prohaska ist Inhaberin des Trainings- und Beratungsunternehmen seminar consult prohaska, Wien, das Trainer und Coaches ausbildet.

Anmerkung der Autorin: Aus Gründen der Lesbarkeit werden Trainer, Berater und Coaches allgemein als Trainer bezeichnet.