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Personalmanagement: Zweifel an evidenzorientierter HR

  • 55 Prozent der Unternehmen zweifeln noch am Potenzial von evidenzbasiertem Personalmanagement – trotzdem will die Mehrheit davon in den nächsten drei Jahren verstärkt Gebrauch machen
  • Bei knapp einem Viertel ist das Personalwesen bereits in der Lage, aussagekräftige und geschäftsrelevante Erkenntnisse aus Datenanalysen zu gewinnen

Dass es für Unternehmen an der Zeit ist, sich im Personalmanagement mit dem Einsatz von datenbasierten Analyseverfahren bis hin zu „Big Data“ zu befassen, zeigt die aktuelle Studie „Evidence-Based HR: The Bridge Between your People and Delivering Business Strategy“ von KPMG International. Dafür wurden weltweit Führungskräfte zu ihrem Einsatz von evidenzbasiertem Personalmanagement befragt. Dabei handelt es sich um die Verwendung von datenbasierten Analyseverfahren, die Verknüpfungen von Personalmaßnahmen mit Unternehmenskennzahlen ermöglichen.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55 Prozent) zweifelt noch an der Wirkung von evidenzbasiertem Personalmanagement. Dennoch rechnet die große Mehrheit davon (82 Prozent) in den kommenden drei Jahren mit dem Einsatz zu beginnen oder diesen auszuweiten.



„Heute stehen Personalmanagern eine Vielfalt an Daten zur Verfügung. Entscheidungen können somit auch unter Anwendung stichhaltiger Analysen getätigt werden und müssen nicht mehr nur auf Intuition und Best Practice-Beispielen beruhen“, erläutert Werner Girth, Partner bei KPMG, die Situation.

Trotz der überwiegend skeptischen Einstellung der Führungskräfte gegenüber evidenzorientiertem Personalmanagement, konnte eine Zunahme festgestellt werden. Im Vergleich zu dem im Jahr 2012 veröffentlichten KPMG-Bericht „Rethinking HR in a Changing World“ stieg der Anteil der Unternehmen, deren Personalwesen datenbasierte Analyseverfahren sowie dem Einsatz von Big Data effektiv nutzen, von 15 auf 23 Prozent.

Evidenzorientiertes Personalmanagement braucht schrittweise Anwendung

Was hält Unternehmen von evidenzbasiertem Personalmanagement ab? Die Themen gestalten sich hier vielfältig – so werden, Mangel an Ressourcen, analytischen Fähigkeiten und Erfahrungen im Personalwesen sowie Datenqualität und Unternehmenskultur als Hindernisse genannt.

„Die Möglichkeiten, die sich durch die Verfügbarkeit von vielfältigen Informationen aus unterschiedlichen Quellen und die Analysefähigkeit moderner Verarbeitungsalgorithmen ergibt, werden heute zumeist noch ignoriert“, gibt KPMG-Partner Michael Ruplitsch zu bedenken.

Die KPMG-Experten raten zu einer schrittweisen Lösung, um evidenzbasiertes Personalmanagement im Unternehmen zu integrieren. Dabei ist es wichtig zu Beginn ein klares „Business-Thema“ zu definieren, bei dem die Personalfunktion eine entscheidende Rolle spielen kann. Es ist darüber hinaus notwendig, Informationen und deren Quellen zu erheben, die für die aussagekräftige Analyse benötigt werden. Die Erkenntnisse werden anschließend in eine verständliche Sprache übersetzt und fließen in die Entscheidungsfindung ein.

„Dass gestandene Personalmanager Zweifel an formalisierten Analyseverfahren hegen, kommt für mich nicht überraschend. Doch der Trend in Richtung evidenzbasiertes Personalwesen ist am Markt spürbar“, so KPMG-Partner Girth.

Die Studie können Sie hier downloaden.