smalltalk_eisbrechen_690

Smalltalk: So gehen Sie auf Menschen leichter zu

Teil 3 der Smalltalk-Serie: Sie haben Schwierigkeiten auf Menschen zuzugehen? Mit diesen schnell anwendbaren Tipps & Tricks werden auch Sie bald zum Smalltalk-Profi. Eine Serie von Netzwerk-Spezialistin Dr. Magda Bleckmann.

Wie gelingt der Einstieg in den Smalltalk?

Suchen Sie sich Personen aus, die alleine am Tisch stehen, jemanden, der so wie Sie suchend herumschaut und mit Ihnen Blickkontakt aufnimmt. Der Blickkontakt und ein kleines lächeln sind die Erlaubnis und die Aufforderung, auf eine Ihnen bis dahin fremde Person zuzugehen. Dann kommt es zur Vorstellung und zum Händeschütteln. Sagen Sie Ihren Namen laut und deutlich, damit Sie ihr gegenüber versteht – gerade, wenn viele Nebengeräusche im Raum sind. Wiederholen auch Sie den Namen der anderen Person, vor allem dann, wenn Sie den Namen nicht verstanden haben. Wir alle lieben nichts mehr als mit unserem Namen angesprochen zu werden und diesen ab und zu im Gespräch zu hören.

Was sind gute Einstiegsfragen, die das Eis brechen?

Smalltalk ist in erster Linie unkompliziert und sollte einfach von den Lippen gehen. Nehmen Sie beispielsweise Bezug auf die Veranstaltung, die Örtlichkeit oder die Situation. Legen Sie sich fünf, sechs Fragen zurecht, die sie überall einsetzen können. Hier einige Beispiele, die oft funktionieren und das Eis brechen:

  • Was führt sie zu dieser Veranstaltung?
  • Welche Verbindung haben sie zum heutigen Thema / zum Gastgeber?
  • Von wo sind Sie heute angereist? Hatten sie eine gute Anreise?
  • Was halten Sie von den letzten aktuellen Ereignissen? Hier sollte ein Bezug zur aktuellen Nachrichtenlage kommen oder zu einem aktuellen Thema aus den Medien.
  • Was machen Sie beruflich?

Spätestens auf die letzte Frage sollten Sie eine gute Antwort parat haben und das, was sie selbst beruflich tun, einprägsam, neugierig machend, kurz und prägnant zusammengefasst in wenigen Sätzen sagen. Das ist die Kunst des sogenannten Elevator Pitchs. Ein Kollege sagt zum Beispiel immer „Ich mache sie reich“. Da gibt es dann nur Wenige, die nicht nachfragen und mehr wissen wollen. Entscheidend ist, Fragen zu stellen und Fragen auszulösen – dann gelingt es leichter, im Gespräch zu bleiben.

Welche Themen eignen sich für Smalltalk und welche nicht?

Tabuthemen sind Geld, Krankheiten, jammern über die eigene Situation, schlecht reden über andere oder über den Veranstalter, Politik und Religion und persönliche Überzeugungen, die andere verletzen könnten oder die von vornherein Gegenwind auslösen könnten. Nicht gesprochen wird heutzutage auch über den Familienstand und wie es der Frau oder dem Partner geht.

Smalltalk: Auf die Körpersprache kommt es auch an!

Auf der anderen Seite sprechen wir gerne über unsere Kinder, Freizeitaktivitäten, Hobbies, Ausbildungen, unseren Beruf, Urlaub, Essen und Trinken, insbesondere Wein oder aktuelle Themen aus den Nachrichten und den Medien. Wenn es Ihnen gelingt, hier Gemeinsamkeiten zu finden, dann bauen sie schnell eine Sympathieebene auf und haben die Chance, auch nach dem Smalltalk-Dialog in Kontakt zu bleiben und ein Folgetreffen zu vereinbaren. Bei diesem können Sie dann Ihre Themen wesentlich intensiver diskutieren und besprechen.

Welche Körpersprache ist beim Smalltalk wichtig?

Natürlich eine offen und lockere Körperhaltung. Die Hände und Beine nicht verschränkt und auch sonst möglichst ruhig. Stellen Sie sich auch einmal neben Ihren Gesprächspartner – auch das lockert die Situation auf. Bleiben Sie unverkrampft – Smalltalk soll Freude machen. Es braucht keine riesige Gestik – Smalltalk ist keine Bühne. Einfach lächeln und parlieren.

Wie lassen sich Hemmungen beim Smalltalk überwinden?

Das ist oft ein schwieriges Thema. Zuerst einmal geht es um die innere Einstellung. Sie müssen selber davon überzeugt sein, dass Sie etwas Spannendes zu erzählen haben und als Person interessant sind. Es geht also zuerst um Ihre eigene Selbstsicherheit. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sein sollten, führen Sie sich vor Augen, was Sie schon alles erreicht haben und wo Sie schon einmal erfolgreich waren. Erleben Sie diese Situation nochmals vor Ihrem geistigen Auge – am besten kurz vor einem Gespräch. Dann werden Sie lächelnd und selbstsicher überzeugen.


Sonderausgabe als PDF downloaden

Häufig geht es auch darum, den viel zitierten inneren Schweinehund zu überwinden und aktiv auf fremde Menschen zuzugehen. Stellen Sie sich ehrlich die Frage „Was soll den passieren?“ Schlimmstenfalls merken Sie, dass der andere keine Lust hat, mit Ihnen zu reden. Na und? Gehen Sie zum Nächsten. Ihre Lage hat sich dadurch nicht verschlechtert – nicht gesprochen haben Sie ja schon. Was kann Ihnen bestenfalls positiv passieren? Ein neuer und netter Kontakt – oder sogar ein neuer Geschäftspartner. Sie können also nur gewinnen.

Wie kann ich höflich aus dem Gespräch aussteigen?

Auch hier gilt, sich zuerst selbst einmal die Erlaubnis zu geben, dass Sie sich verabschieden dürfen und nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag zuhören müssen. Smalltalk-Dialoge sind keine Fesseln. Sie dürfen und sollen an einem Abend mehrere Personen kennenlernen und müssen deshalb sogar das Gespräch beenden, denn sonst geht das ja gar nicht. Das wird Ihr Gesprächspartner auch verstehen – auch er möchte „weiter“. Wenn es funkt, findet sich eine zweite Gelegenheit, die Sie ja auch aktiv anbieten können. „Wo setzen wir unser angenehmes Gespräch fort, Herr / Frau …?“ Andere Ausstiegsmöglichkeiten bieten diese Formulierungen:

  • „Ich habe mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen. Auf Wiedersehen“.
  • „Es war mir eine besondere Freude, heute mit Ihnen zu sprechen. Wir haben viel gemeinsam, lassen Sie uns das Gespräch doch ein anderes Mal fortsetzen.“
  • „Ah, da drüben sehe ich den Herrn Maier, mit dem wollte ich unbedingt heute noch sprechen. Habe mich gefreut. Ihnen noch einen schönen Abend.“

Ganz elegant ist es natürlich, wenn Sie wissen, was Ihre Gegenüber beruflich macht, und Sie eine andere Person im Raum kennen, die interessant für diesen wäre, die beiden einander vorzustellen. Aber nur, wenn es wirklich für beide von Interesse ist. So erweitern Sie die Runde, stiften Nutzen und haben sich an dem Abend um die Stimmung und das Wohlfühlen gleich mehrerer Menschen verdient gemacht.

Die Smalltalk-Serie im Überblick:

Teil 1: Vorbereitung ist alles – So kommen Sie ins Gespräch!
Teil 2: Smalltalk-Typologie: Vom Schwätzer bis zum Nörgler.
Teil 3: So gehen Sie auf Menschen leichter zu.