
Nach den Vorstellungen der WKÖ müsse sich die Bedeutung des technisch-gewerblich Schulwesens in der Einstufung in den zu erstellenden österreichischen nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) widerspiegeln. Eine HTL-Matura (Reifeprüfung und Diplom) soll aus Sicht der WKÖ auf Stufe 5 (von insgesamt 8 möglichen Niveaustufen) eingestuft werden. Für die Ingenieurqualifikation sollten bestehende Standards und Prozedere so weiterentwickelt werden, dass diese auf Stufe 6 eingeordnet werden kann.

„HTL-Absolventen werden auf verschiedensten Unternehmensebenen in verantwortungsvollen Positionen eingesetzt. Das Spektrum reicht von Forschung und Entwicklung über Konstruktion bis zu Kundenbetreuung.
Damit sind sie gesuchte Allrounder in den Betrieben.“
Durch eine entsprechende Einstufung wäre es möglich, das umfassende Wissen, die Fähigkeiten und Kompetenzen von HTL-Absolventen internationalen transparent im sogenannten Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) darzustellen. Den EQR müsse man daher auch als Chance begreifen, die bestehenden Verzerrungen, die sich aus bisher getroffenen Klassifikationen ergeben, zu beheben, und damit internationale Chancengleichheit zu schaffen. Außerdem wäre damit auch das Missverständnis der vermeintlich niedrigen „Akademikerquote“ in Österreich ein für alle Male aus der Welt geschafft, so der WKÖ-Präsident.
Ziel muss eine ganzheitliche Betrachtung von Bildung und deren Abschlüssen sein. Dies sollte auch im Sinne des tertiären Bildungswesens sein. Für Exklusivitätsansprüche oder Blockbildungen jeglicher Art ist hier kein Platz. Um diesen Zustand möglichst bald herzustellen, schlägt Leitl vor, dass das Unterrichtsministerium, das Wissenschaftsministerium sowie das Wirtschaftsministerium rasch eine interministerielle Arbeitsgruppe einrichten und ein entsprechendes Konzept dazu erarbeiten.
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