Religionsfriede-durch-Mediation

Religionsfrieden fördern: Interreligiöse Kompetenz und Mediation helfen

  • Vertreter von Judentum, Islam und Christentum schaffen gemeinsame Mediationsausbildung für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten.

Die Israelitische Kultusgemeinde, der Private Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen (IRPA) der Islamischen Glaubensgemeinschaft und die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems (KPH) schaffen mit dem Masterstudium „Interreligiöse Kompetenz und Mediation“ eine staatlich anerkannte Mediationsausbildung als gemeinsamen Beitrag für den Religionsfrieden. Start des berufsbegleitend absolvierbaren Studiums an der KPH Wien/Krems ist im Herbst 2015, Anmeldungen sind noch möglich.

Eine religiös und kulturell vielfältige europäische Gesellschaft erfordert interreligiöse und interkulturelle Kompetenzen. „Durch die Arbeits- und Fluchtmigration, zunehmende Mobilität und Globalisierung von Wirtschaft und Medien ist die europäische Gesellschaft unumkehrbar religiös und kulturell plural geworden“, sagt Dr. Andreas Weissenbäck, Vizerektor für Fort- und Weiterbildung und tertiäre Vernetzung an der KPH Wien/Krems.

Werturteilsfreie Mediation als Schlüssel für den Religionsfrieden

Der von einem Team verschiedener offizieller Religionsvertreter entwickelte und geleitete Masterlehrgang setzt sich zum Ziel, den Religionsfrieden zu fördern, indem umfassende Kenntnisse zu Glauben und Glaubenspraxis der drei monotheistischen Religionen vermittelt werden. Durch die Schulung von Mediatorinnen und Mediatoren, die imstande sind, das jeweilige Selbstverständnis der Religionen zur Sprache zu bringen und werturteilsfrei verständlich zu machen, werden notwendige Fähigkeiten und Kompetenzen vermittelt, um in Konfliktfällen mediatorisch intervenieren zu können.

6-semestriges Masterstudium startet im Herbst an der KPH

Das 6-semestrige Masterstudium (120 ECTS) der KPH Wien/Krems wird berufsbegleitend angeboten und schließt mit einem Master of Arts (MA) ab. Der Masterlehrgang beinhaltet eine staatlich anerkannte Mediationsausbildung und kennzeichnet sich auf Basis authentischer Sichtweisen durch ein vertieftes Verstehen der anderen wie auch der eigenen religiösen Tradition. Durch Exkursionen zu Zentren der kulturellen, sozialen und religiösen Herkunft religiöser Gruppen wie Jerusalem, Istanbul und Rom werden Perspektivenwechsel sowie Begegnungen mit jüdischen, muslimischen und christlichen (katholisch, orthodox, evangelisch) Gemeinden und Persönlichkeiten ermöglicht.

Zitat Religionsfriede

Lehrgangsstart ist im Wintersemester 2015/16, die Bewerbungsunterlagen sind über www.kphvie.ac.at abrufbar.

Gemeinsame Träger des Masterstudiums „Interreligiöse Kompetenz und Mediation“:

  • Alma Mater Europaea
  • Istraelitische Kultusgemeinde Wien
  • Private Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien (IRPA)
  • KPH Wien/Krems

Die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems ist Österreichs größte Private Pädago­gische Hochschule mit fünf Standorten in Wien und Niederösterreich. Das gemeinsame Konzept der Erstausbildung, Fort- und Weiterbildung soll Lehrerinnen und Lehrer in ihren pädagogischen und religionspädagogischen Berufsfeldern bestmöglich qualifizieren und professionalisieren. Im Sinne einer ökumenischen Perspektive fördert und lebt die KPH Wien/Krems die Kooperation der sieben an der Hochschule vertretenen christlichen Kirchen (Katholische Kirche, Evangelische Kirche A. und H.B., Griechisch-Orientalische Kirche, drei Orientalisch-Orthodoxe Kirchen sowie Altkatholische Kirche) bei gleich­zeitiger Wahrung der jeweiligen Identität. Auch zwei katholische Diözesen wirken in der KPH zusammen. Das breite Lehrangebot der KPH Wien/Krems setzt sich derzeit zusammen aus 8 Studiengängen und 4 berufsbegleitenden Studiengängen der Erstausbildung, 7 Hochschullehrgängen mit Masterabschluss, 6 Hochschullehrgängen und 18 Lehrgängen. Die KPH Wien/Krems hat 2.500 Studierende in der Erstausbildung und ca. 1.000 Studierende in Weiterbildungslehrgängen.