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Islamismus: Radikalisierung von Jugendlichen im Fokus

Ab März 2015 startet an der Donau-Universität Krems ein Universitätslehrgang zum Phänomen der zunehmenden Radikalisierung, insbesondere im Kontext neo-salafistischer Mobilisierung. Historische Entwicklungen, empirische Erkenntnisse aus der Forschung zu Radikalisierungsprozessen sowie die Möglichkeiten der Prävention und Intervention werden in dem Programm vermittelt. Der zweisemestrige Lehrgang am Department für Migration und Globalisierung richtet sich an Verantwortliche in Schulen, in der Jugend- und Sozialarbeit, der öffentlichen Sicherheit, Politik oder Flüchtlingsarbeit sowie in muslimischen Organisationen.

„Es geht darum, das Phänomen eines Djihadismus des 21. Jahrhunderts genauer zu verstehen und die historische und ideologische Entwicklung dieser Organisationen, ihre Strategien und transnationalen Aktivitäten sachlich und differenziert beurteilen zu können“, so der Religionswissenschafter Ernst Fürlinger von der Donau-Universität Krems. „Diese Kenntnisse sind nötig, um umfassende und hochwertige Prävention auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen planen und umsetzen zu können.“ Fürlinger leitet den Lehrgang gemeinsam mit dem muslimischen Religionspädagogen Moussa al-Hassan Diaw. Der Islamexperte ist unter anderem im „Netzwerk Sozialer Zusammenhalt“ aktiv.

Ideologie des Islamismus und Radikalisierung von Jugendlichen

In sechs zweitägigen Seminaren, verteilt auf zwei Semester, vermitteln ExpertInnen Grundlagenwissen zur historischen Entwicklung und Ideologie des neo-salafistischen bzw. djihadistischen Islamismus, zu den Ergebnissen empirischer Forschung zur Radikalisierung von Jugendlichen in Europa und zum Thema Prävention und Intervention im Kontext neo-salafistischer Mobilisierung. Es sollen damit die Grundlagen vermittelt werden, um nachhaltige Präventions- und Interventionsmaßnahmen in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen planen und durchführen zu können: etwa in der schulischen, beruflichen und politischen Bildung, der Jugend- und Sozialarbeit, Bewährungshilfe, Flüchtlingsarbeit, in der kommunalen Integrationsarbeit, in muslimische Institutionen oder im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

Islamismus: Prävention- und Interventionsarbeit im Fokus

Der Lehrgang richtet sich primär an Verantwortliche in diesen Gesellschaftsbereichen und Berufsfeldern. Entsprechend dem Fokus des Lehrgangs auf Präventions- und Interventionsarbeit soll durch den Lehrgang gleichzeitig eine Vernetzung von Personen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, die mit der Problematik konfrontiert sind und sich in diesem Themenfeld der Radikalisierungsprävention engagieren, unterstützt werden. Der Lehrgang startet am 26. März 2015 an der Donau-Universität Krems. Die weiteren Lehrveranstaltungen finden in Wien statt.

Die Donau-Universität Krems beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Religion aus religionswissenschaftlicher Sicht. In ihrem Zentrum für Religion und Globalisierung widmet sie sich sowohl der empirischen Religionsforschung im Schnittfeld von Religion, Migration und Globalisierung als auch Weiterbildungsprogrammen zu den Themen Islam in Europa und Dialog der abrahamischen Religionen.

Certified Program
Neo-Salafistischer Islamismus
Grundlagen – Analyse – Prävention
2 Semester, 15 ECTS, sechs zweitägige Seminare
Beginn: 26. März 2015

Nähere Informationen zum Lehrgang unter www.donau-uni.ac.at/religion/salafismus