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Gratis-Lernhilfe für sozial Schwache

Gratis-Lernhilfe für sozial Schwache

Sechs Monate nach der offiziellen Eröffnung der WIENER LERNTAFEL zieht der Verein eine erste Bilanz. In mehr als 1000 Lerneinheiten wurden bisher Gratis Lernhilfe-Stunden für mehr als 150 SchülerInnen in Lernzentrum im Gasometer ermöglicht. Tendenz steigend. 57 ehrenamtliche PädagogInnen geben Einzel-Unterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik.

Im Jänner 2011 stellte der Verein WIENER LERNTAFEL im Rahmen einer Pressekonferenz ein Projekt vor, das mittlerweile Schule macht. Der Verein unterstützt Schulkinder im Alter von 6 bis 15 Jahren aus ausschließlich finanziell und sozial benachteiligten Familien mit kostenloser Lernhilfe. „Wenn wir die steigende Zahl der Kinder, die sich in den letzten sechs Monaten bei uns angemeldet haben anschauen, dann können wir davon ausgehen, dass der Bedarf sehr groß ist“, so Stefan Unterberger, der Initiator und Obmann des Vereins. „Jede Woche kommen weitere Familien mit ihren Kindern zur WIENER LERNTAFEL. Einerseits werden sie von den sozialen Stellen wie Jugend- oder Sozialämtern geschickt, andererseits auch von LehrerInnen, die in den Schulen mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien zu tun haben. Viele Familien werden auch durch Internet oder über Mundpropaganda auf unseren Verein aufmerksam“.

60% der Kinder sind in Österreich geboren
Die aktuellen Statistiken der WIENER LERNTAFEL geben einen genaueren Einblick über die Lernhilfe-SchülerInnen: Rund 80% der bei WIENER LERNTAFEL betreuten Kinder sind zwischen 9 und 13 Jahre alt, es sind gleich viele Buben wie Mädchen. Fast 60% der Kinder wurden in Österreich geboren, jedoch lediglich 15% mit Deutsch als Muttersprache. Die häufigsten Muttersprachen sind Türkisch (30%), Tschetschenisch (20%) und Arabisch (18%), es sind jedoch auch Mauretanisch, Ibo, Aramäisch und viele weitere vertreten. Maximal 20% der Kinder lernen ausschließlich für eine Prüfung, die meisten erhalten Lernhilfe in mehr als einem Fach. Die größte Nachfrage herrscht bei Deutsch-Unterricht gefolgt von Mathematik und Englisch. 42% der Kinder besuchen eine Volksschule, 32% eine KMS (Kooperative Mittelschule), 7% eine Hauptschule und 19% die Unterstufe eines Gymnasiums.

Erste Erfolge durch selbst entwickelten Lern-Materalien und spezielle Lern-Software
Der Verein freut sich über die ersten Erfolgsgeschichten: „Laut bisherigen Rückmeldungen haben einige unsere SchülerInnen bereits erste Erfolgsergebnisse gefeiert“, freut sich Stefan Unterberger. „Diese haben ihre Noten in den Fächern, die bei uns unterrichtet werden deutlich verbessert“. Der Grund liegt laut Unterberger vor allem im Unterrichtskonzept: „Zuerst erfassen wir die Lernbedürfnisse und Stärken unserer SchülerInnen, denn uns war es von Anfang an wichtig die Lernhilfestunden nicht nur als Einzelunterricht anzubieten, sondern wir haben die Möglichkeit genützt, auf die Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen optimal eingehen zu können, indem unsere SchülerInnen dreimal Z (das ist Zeit, Zuhören und Zuwendung)“ zusätzlich erhalten, erklärt Unterberger. Jede Lernkoje ist mit einem PC und spezieller Lern-Software ausgestattet. So sind die SchülerInnen in der Lage auch alleine zu lernen. 57 ehrenamtliche LehrerInnen sind bereits für WIENER LERNTAFEL tätig. Der Bedarf ist jedoch nicht gedeckt. „Wir suchen nach wie vor ehrenamtliche PädagogInnen, um die steigende Nachfrage zu bewältigen“, appelliert Unterberger.

Schüler helfen Schüler – Wiens erste Peer-2-Peer-Kooperation
Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die Zusammenarbeit mit dem Bundes Realgymnasium Rahlgasse: „Soziales Engagement führt zur positiven Bewusstseinsveränderung – zu mehr Sozialkapital. Wir wollten mit dieser Idee eine Win-Win Situationschaffen und starteten eine Kooperation zwischen dem BRG Rahlgasse und der KMS Gassergasse“, so Stefan Unterberger. „Die SchülerInnen zweier Oberstufen-Klassen gaben 68 KMS-SchülerInnen zweimal pro Woche über mehrere Monate hinweg in ihrer Freizeit Lernhilfe. Das Projekt ist ein Erfolgsmodell und daher haben wir vor, diese Art der Kooperationen im Herbst auszubauen – es gibt bereits einige Schulen, die teilnehmen wollen“.

Psychologische Betreuung inbegriffen
Die SchülerInnen der WIENER LERNTAFEL werden von Anfang an lernpsychologisch begleitet und unsere ehrenamtlichen PädagogInnen erhalten die Möglichkeit zur kostenlosen diesbezüglichen Fort- und Ausbildung. „Wir kooperieren sehr eng mit der Kinderambulanz der Sigmund Freud Universität (SFU). Neben Prof. Max Friedrich berät Dr. Brigitte Sindelar, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendpsychotherapie an der SFU, unser LehrerInnen-Team“.

Über WIENER LERNTAFEL
WIENER LERNTAFEL ist ein seit dem 6. April 2010 eingetragener, gemeinnützig organisierter Verein, der Schulkinder im Alter von 6 bis 14 Jahren – ausschließlich aus finanziell bzw. sozialbenachteiligten Familien – gezielt fördern will. WIENER LERNTAFEL bietet kostenlose Lernhilfe und unterstützt die Familien in schulrelevanten Fragen.

Link zum Thema
www.lerntafel.at

Foto: iStockphoto

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