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Im Gespräch: Anna Langheiter

Anna LangheiterAnna Langheiter (www.annalangheiter.com) ist Trainingsdesignerin und Trainerin, „Der Lernende ist immer im Fokus und lernt lebendig und nachhaltig“.

Welches Thema trainieren Sie?

Derzeit trainiere ich hauptsächlich Trainingsdesign und bin in der Ausbildung interner Fachexperten zu Trainern tätig. „Train the internal Trainer” nenne ich das und mir geht es darum, wie interne Trainer es schaffen, Themen die scheinbar trocken und langweilig sind, für ihre Teilnehmer interessant zu machen. Von der Bilanzanalyse über Sicherheitstrainings bis hin zur Contribution Margin. Alles kann interessant sein!
Die Weiterbildung zum Trainingsdesigner ist für interne und externe Trainer und Personalentwickler, die mehr darüber wissen möchten, wie sie von der Trainingsbedarfsanalyse über kreatives und interaktives Training in einen guten Transfer kommen können und wie sie den Erfolg eines Trainings auch evaluieren und somit die Nachhaltigkeit darstellen können.

Was macht Sie dafür zur Expertin?

Seit ich 1997 noch als Fachexperte im Qualitätsmanagement zu trainieren begonnen habe, hatte ich immer mit sperrigen, trockenen Themen zu tun. Prozessmanagement war noch einfach, die Herausforderung war, auch Statistik so rüberzubringen, dass die Teilnehmer dabeibleiben und manchmal sogar richtig Lust darauf bekommen.
Viele Trainingstage machen mich wohl auch zum Experten, auch mit großen Gruppen bis zu 20 Teilnehmern, die bis zu 4 Wochen im Training saßen. Da schlägt dann auch die Gruppendynamik zu, was es wiederum spannend macht.
Im Bereich Trainingsdesign waren es vor allem die weltweiten Roll-Outs für große Konzerne. Zuerst die Entwicklung der Trainings auf Basis der Unternehmensstrategie: kreativ, interaktiv, nachhaltig. Für diese Konzerne habe ich in allen Kontinenten trainiert und dort die Trainer ausgebildet, die die Trainings weitergegeben haben.

Haben Sie ein Vorbild?

Viele Vorbilder. Ich lerne gerne von Freunden und Kollegen. Daher schätze ich Trainerkongresse, da man dort mit den Kollegen die Workshops besuchen, ins Gespräch kommen und voneinander lernen kann.

Wie motivieren Sie sich selbst?

Ich bin neugierig und liebe die Herausforderung: seien es neue Themen wie Schweißerausbildungen, interessante Kundenanfragen, die mich zum Um- und Neudenken anregen, interkulturelle Themen, kritisches Teilnehmerfeedback und auch schon mal Gruppengrößen für Microtrainings mit über 100 Teilnehmern. Motivation pur!

Was macht den Trainerberuf für Sie so besonders?

Ich sehe Menschen gerne beim Wachsen und Entwickeln zu. Wenn die Teilnehmer etwas für sich Entdecken und Erkennen, wenn sie es ausprobieren und merken, dass es gelingen kann. Wenn sie Mut fassen und es in den Alltag transferieren. Das macht für mich den Trainerberuf so besonders.

Welches Seminar würden Sie gerne besuchen?

Ganz aktuell ein Seminar über die Stellhebel der Transferwirksamtkeit bei Ina Weinbauer. Ich werde Jim Kirkpatrick auf der ATD in Atlanta treffen und hoffe, mehr über die Möglichkeit der Zertifizierung zu erfahren. René Borbonus hat mich auf den Petersberger Trainertagen gerade sehr beeindruckt, eine Rhetorikausbildung dort wäre wunderbar. Ich würde gern ein Seminar bei Dave Meier „ Accelerated Learning“ besuchen und Sharon Bowman kennengelernen, die das Buch „Training from the back of the room“ geschrieben hat. Bei Hedwig Seipel würde ich mich gerne noch schlauer machen zum Thema E-Learning und dann den EBMooc besuchen, der gerade läuft. So viele spannende Themen und gerade zu wenig Zeit.