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IT-Sicherheit: Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) ruft die Bürger zu mehr Sorgfalt bei der Wahl von Passwörtern auf. Rund 30 Prozent der Internetnutzer suchten sich eine Folge von sechs oder weniger Zeichen aus, sagte Christoph Meinel, Professor für Internet-Technologien und -Systeme und Direktor des Potsdamer Instituts. Das reiche für einen sicheren Zugangsschutz längst nicht aus. Laut Studien griffen 60 Prozent lediglich auf eine sehr begrenzte Auswahl von Buchstaben und Zahlen zurück, so der Wissenschaftler.
Das weltweit am meisten verwendete Passwort ist nach seinen Worten die Ziffernfolge “123456″. Auf den Plätzen zwei und drei rangierten “12345″ und “123456789″. Hacker könnten einen solch schwachen Zugangsschutz mit automatisierten Methoden innerhalb einer Sekunde knacken und bräuchten dafür im Durchschnitt nur gut 100 Versuche, so Meinel. In nur 17 Minuten könne ein Hacker 1.000 derartig schwach geschützte Zugänge knacken.
“Leider zeigen internationale Untersuchungen, dass die Passwort-Praxis sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten kaum verbessert hat”, berichtete der HPI-Direktor. Nach wie vor wähle rund die Hälfte der Internetnutzer dasselbe oder ein ähnliches Passwort für sämtliche Seiten, die ein Log-in erfordern. “Beliebt sind leider kurze und einfache Begriffe – selbst für Zugänge zu sehr privaten Daten und Informationen”, kritisierte Meinel.
In der Ausbildung seiner IT-Ingenieursstudenten bringt das Institut den Studierenden bei, konsequent fünf Grundregeln für sichere, starke Passwörter zu beachten:
Um ein Passwort zu finden, dass man sich leicht merken kann, rät Internetprofessor Meinel, sich einen Satz auszudenken, der Wörter, Zahlen und Zeichensetzung enthält. Als Beispiel wählt er den Satz “Mein zweites Auto war ein VW Golf!” Nehme man den ersten Buchstaben eines jeden Worts, die Zahl und das Satzzeichen und schreibe dies
hintereinander auf, ergebe sich aus diesem Merksatz das Passwort “M2.AweVWG!”
“Dieses Verfahren ergibt jeweils ein sehr sicheres Passwort, an das man sich mit Hilfe des Merksatzes so lange leicht erinnern kann, bis man es schließlich auswendig beherrscht”, betont Meinel. Wenn man für verschiedene Konten verschiedene Passwörter nutze, könne man sich ruhig schriftliche Notizen machen und diese ins Portemonnaie stecken. “Aber statt des Passworts sollte man den Merksatz aufschreiben oder – noch besser – einen Hinweis, der an den Merksatz erinnert”, rät der Informatiker.
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www.openhpi.de
Foto: iStockphoto
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