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Talent Management: Führungskräftemangel folgt auf Fachkräftemangel

Eine internationle Studie zeigt: Junge Berufstätige haben nur wenig Ambitionen für leitende Positionen. Es droht vielen Unternehmen ein Führungskräftemangel.

Führungsverantwortung übernehmen und bis zum Geschäftsführer aufsteigen? „Nein danke“ sagen dazu 87 Prozent der heute 20- bis 34-jährigen Berufstätigen in Deutschland. Die deutschen Millennials haben damit im weltweiten Vergleich nur wenige Ambitionen, Führungsaufgaben zu übernehmen. International betrachtet scheuen nur 78 Prozent diese Verantwortung. Das stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung: Wer soll sie morgen führen?

Generation Y setzt andere Prioritäten

Die Mehrheit der deutschen Millennials setzt bei der Entwicklung ihres Karrierepfades andere Prioritäten: Für jeden Dritten (33 Prozent) ist es am wichtigsten, mit großartigen Menschen zusammen zu arbeiten. Viel Geld zu verdienen steht für 27 Prozent an oberster Stelle. 14 Prozent wollen mit ihrer Tätigkeit vor allem einen positiven Beitrag zum Ganzen leisten. 13 Prozent streben in erster Linie an, sich in ihrem Fachbereich zu einem anerkannten Experten zu entwickeln.

Entsprechend ihrer Karriereziele setzt die Generation Y auch die Schwerpunkte bei der Entwicklung eigener Fähigkeiten: In Deutschland wollen fast drei Viertel innerhalb des kommenden Jahres vor allem ihre persönlichen und fachlichen Fertigkeiten verbessern. Auf eine Weiterentwicklung ihrer Führungsfähigkeiten wollen sich in der Bundesrepublik hingegen nur 27 Prozent konzentrieren, gegenüber rund einem Drittel über alle untersuchten Länder hinweg.

Führungskräftemangel fordert HR heraus

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft zukünftig zusätzlich zum Fachkräfte- auch auf einen Führungskräftemangel einstellen muss. Umso wichtiger wird es für Unternehmen jetzt, als Arbeitgeber attraktiv zu sein, um die besten Kräfte der Generation Y gewinnen und halten zu können.

Der Bericht basiert auf einer qualitativen Studie in 25 Ländern. Dazu wurden Interviews mit 19.000 berufstätigen Millennials (Geburtsjahrgänge 1982 – 1996) durchgeführt. Sie wurden unter anderem danach befragt, was sie von einem Arbeitsplatz erwarten, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie anstreben und aus welchen Gründen sie bei einem Arbeitgeber bleiben würden. Dabei wurde sichergestellt, dass die Stichprobe repräsentativ für alle berufstätigen Millennials ist: Sie umfasst ein breites Spektrum an Branchen, Einkommensstufen, Bildungsniveaus und Ausbildungsabschlüsse.

Mehr zur Studie „Millennials im Karriere-Marathon“ lesen Sie auf HRtrends.at