Produktivitätsstudie: Schlechte Beurteilung für Manager

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich durchschnittlich rund 36% der Arbeitszeit unproduktiv verwendet, so die Ergebnisse einer Studie des Beratungsunternehmens Czipin Consulting. Bei einer Berechnungsgrundlage von 220 Arbeitstagen sind das 79 Arbeitstage pro Jahr und Mitarbeiter.

Doch den MitarbeiterInnen kann man für ihre geringe Produktivität keinen Vorwurf machen, weiß Mag. Alois Czipin: „Fehlende Arbeitsmoral rangiert nur an vierter Stelle der sechs Hauptursachen. Produktivitätskiller Nr. 1 sind Managementfehler: Mangelnde Planung und Steuerung lassen 44 Arbeitstage pro Mitarbeiter und Jahr nutzlos verstreichen, mangelnde Führung und Aufsicht 10 weitere.“

>> Führungsfehler werden unterschätzt

Im Auftrag von Czipin Consulting befragte das Meinungsforschungsinstitut OGM im Juni 2007 über 100 österreichische Führungskräfte zum Thema Produktivität in deren Unternehmen. Die Auswahl der Führungskräfte – durchwegs CEOs, CFOs und COOs von mittleren und großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern – erfolgte einerseits repräsentativ für die einzelnen Bundesländer, andererseits branchenspezifisch nach Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.

Wie bei der Czipin-Analyse ist auch aus selbstkritischer Sicht der Unternehmer und Manager die eigene (und oft mangelhafte) Planung und Steuerung Produktivitätskiller Nr. 1, dennoch legt die geringe Streuung der Antworten nahe, dass Führungskräfte diesen Faktor unterschätzen. „In Summe ergibt die Befragung der Manager nur ein sehr verschwommenes Bild. Daraus schließen wir, dass die befragten Führungskräfte selbst kein klares Bild bzw. keine klare Meinung über die Ursachen für die bestehenden Produktivitätsverluste besitzen“, so Produktivitätsberater Czipin.

>> Manager brauchen mehr Aus- und Weiterbildung

Das maximal mögliche Verbesserungspotential für 2007 schätzen die Führungskräfte mit durchschnittlich 10 % fast doppelt so hoch ein als ihre tatsächlichen Erwartungen. „Dies lässt auf ein erschreckend geringes Vertrauen der Führungskräfte schließen, die möglichen Leistungsreserven aus eigener Kraft auszuschöpfen. Wir glauben, dass insgesamt eine Produktivitätsreserve von 21 % gehoben werden kann, das ist das Vierfache der Erwartung der befragten Führungskräfte.“

An erster Stelle der genannten positiven Einflussfaktoren liegt die konsequente Umsetzung der Strategie seitens des Top-Managements. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass an zweiter Stelle Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen eher im Bereich der Mitarbeiter als notwendig erachtet werden und Managementtrainings erst danach kommen. Dies steht im krassen Gegensatz zu den von Czipin Consulting identifizierten Produktivitätskillern, die in erster Linie in der Sphäre der Führungskräfte liegen, womit sich eher in diesem Bereich Handlungsbedarf ergäbe.

„Um die wahren Gründe für die Produktivitätsverluste zu beseitigen, ist eine intensive Analyse des Unternehmens mit einer betriebsübergreifenden Sichtweise wichtig – eine Auseinandersetzung mit Zielen, Strategien und umsetzungsorientierten Maßnahmen, die wiederum die zukunftsorientierte Planung und Steuerung des Unternehmens ermöglichen. Genauso wichtig ist das laufende Training der Manager und eine konsequente Hilfestellung für die interne und externe Kommunikationspolitik.“

Weitere Infos zur Studie finden Sie unter www.czipin-consulting.com