NÖ ermöglicht Pflegeausbildung mit Matura

Die vom Land Niederösterreich angestrebte Anhebung der Krankenpflegeschulen auf Maturaniveau scheiterte bislang an den notwendigen gesetzlichen Grundlagen auf Bundesebene. „Niederösterreich geht daher in der Pflegeausbildung einen eigenständigen Weg und übernimmt für Schüler die eine Schule für Gesundheits- und Krankenpflege besuchen und parallel dazu das Abitur ablegen wollen, die dabei anfallenden Kosten in der Höhe von rund 2.360 Euro.“ Das kündigte Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka bei einer Pressekonferenz in St. Pölten an. Diese Reifeprüfung berechtige die Absolventen zum Studium an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen sowie zum Besuch von Kollegs und Akademien. Die wichtigsten Teilbereiche dieser Berufsreifeprüfung in einer anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtung wie WIFI, BFI oder Volkshochschule seien Deutsch, Mathematik und eine lebende Fremdsprache.

Für Sobotka umfasst die Tätigkeit der diplomierten Krankenpflegerinnen mehr als nur das Ausführen vieler Pflegehandlungen. Die Herausforderungen würden u. a. im Bereich der integrativen Gesundheitsversorgung, in der Prävention, aber auch in der adäquaten gesundheitspflegerischen Versorgung oder in der Pflegewissenschaft liegen. Um diese Anforderungen, auch bedingt durch die demografische Entwicklung und den permanenten medizinischen Forschritt bewältigen zu können, sei eine Weiterentwicklung der Ausbildung im gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege überfällig. Durch diese Aufwertung der Pflegeausbildung in Niederösterreich wolle man erreichen, dass sich Schülerinnen und Schüler wieder vermehrt für diese Berufsrichtung entscheiden und im gesellschaftlichen Status den Maturanten ebenbürtig sind.

Derzeit gibt es zwei Wege zur Ausbildung im Pflegedienst: die dreijährige Ausbildung zum diplomierten gehobenen Dienst und die einjährige Ausbildung zum Pflegehelfer – beides ist erst ab dem 17. Lebensjahr möglich. Interessierte müssen deshalb nach dem Ende der Schulpflicht ein Jahr überbrücken. Auch in diesem Zusammenhang appellierte Sobotka an die Bundespolitik, bald die notwendigen gesetzlichen Grundlagen für eine entsprechende Ausbildungsform im Pflegebereich zu schaffen. Mit einer berufsbildenden fünfjährigen Fachschule mit Maturaabschluss könnte dieses Problem behoben werden, so Sobotka abschließend.