In Bildung investieren

Berufsbezogene Erwachsenenbildung wirkt, so der Grundtenor der Enquete der „Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung“ (PbEB), die gestern in Wien stattfand. 71% der Erwerbstätigen, die in den letzten zwölf Monaten eine Weiterbildung besuchten, sind demnach überzeugt, dass Kurse, Schulungen, Lehrgänge oder Seminare die berufliche Situation verbessern. 23% sehen in der Weiterbildung darüber hinaus einen Beitrag zur Erhaltung der derzeitigen Beschäftigung. Aus diesem Grund sind immer mehr Berufstätige bereit, auch selbst in die Fortbildung zu investieren. „Die Unternehmen investieren aber auf allen Qualifikationsebenen am meisten in die Weiterbildung“, erklärt Dr. Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Inklusive der Lohnausfallkosten betragen die Gesamtkosten der Unternehmen für Weiterbildungskurse über eine Milliarde Euro (1,062 Mrd. Euro).

„81 Prozent aller Unternehmen in Österreich investieren in die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Berücksichtigt man auch die Lehrlingsausbildung, sind es sogar 86%“, freut sich Dr. Michael Walter, der Sprecher der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung. Einen besonders hohen Stellenwert hat Fortbildung im Kredit- und Versicherungswesen, wo zwei Drittel aller Beschäftigten regelmäßig Kurse besuchen. Gerade in diesen Branchen zeigt sich, dass große Unternehmenseinheiten ihre Weiterbildung unabhängig von öffentlichen Förderungen konzipieren und umsetzen: „Der administrative Aufwand steht oft in keiner Relation zur Förderung“, weiß Mag. Sabine Mlnarsky-Bständig, Leiterin Personalmanagement der Erste Bank.

Die „Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung“ ist eine freiwillige und unabhängige Vereinigung führenden Anbieter berufs- und wirtschaftsbezogener Aus- und Weiterbildung. Zu den Mitgliedern zählen die WU Executive Academy, das WIFI, das ÖPWZ, das Österreichische Controller Institut, das IIR, die Donau-Universität Krems, die Berater, die bit-Gruppe, Berlitz, ARS sowie die Akademie der Wirtschaftstreuhänder. Gemeinsam repräsentieren diese Unternehmen rund 40% des marktrelevanten Volumens der berufsbezogenen Erwachsenenbildung in Österreich.